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Dienstag, 22. August 2017, 16:07

Weshalb enthält der SKR-InsO kein Konto für Kasse/Bank?

Guten Tag,
ich habe kürzlich angefangen, mich als gelernte Steuerfachgehilfin mit der Thematik des standardisierten SKR-InsO zu befassen. Dabei tauchten zwei Fragen auf, deren Beantwortung hier hoffentlich möglich sein wird. Ich las in den GOI der VID im Grundsatz 10 folgende Formulierung: "In ab dem 01.01.2013 eröffneten Verfahren verwendet der Insolvenzverwalter die Standardkontenrahmen InsO SKR 04 oder InsO SKR 03."

Handelt es sich hier um andere Kontenrahmen als den oben erwähnten und hier im Forum herunter zu ladenden Kontenrahmen SKR-InsO? Was stimmt?


Weiter heißt es dort:
"Zahlungswirksame Geschäftsvorfälle auf den Treuhandkonten sind regelmäßig innerhalb von 10 Arbeitstagen buchhalterisch zu verarbeiten(Grundsatz 47)".

Abgesehen davon, dass ich den dort genannten Grundsatz 47 im öffentlich zugänglichen Dokument des VID nicht finde, vermisse ich im standardisierten Kontenrahmen vor allem die im SKR 04 vorhandenen Konten für Kasse und Bank (aka 1600 bzw. 1800, gern auch aka 001600 bzw. 001800).

Nach allem, was ich bisher an (entsprechend anonymisierten) Buchungen zu sehen bekommen habe, ist die Buchhaltung für insolvente Unternehmen zeitnahe zu realisieren.

Wie kann es sein, dass weder ein Kassenkonto noch auch nur ein Bankkonto als Standard vorangelegt sind?
Nach meiner laienhaften Vorstellung kommt es doch sicher häufiger vor, dass insolvente Unternehmen sich um eine Fortsetzung ihrer Geschäfte bemühen und dafür, wenn schon kein Bargeld, so doch Überweisungen nutzen. Erfolgt die Abwicklung bei potentiell fortgesetzt geplanten Unternehmungen ausschließlich über Anderkonten? Treuhänderisch verwaltete Konten? Konten wie z.B. 4005 (Kassenbestands- und Guthabenübernahme) oder 4006 (für besicherte Guthaben)?

Fragende Grüße
V. Kaiser

Nicole Zornow

Neugierige

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2

Freitag, 25. August 2017, 13:28

Guten Tag,

bei der Anlage der Geldkonten orientiert man sich am besten an den Kontonnummern wie der Schuldner/die Schuldnerin zuvor gebucht haben und behält diese bei. Das erleichtert die Abschlusserstellung bei den späteren export der Buchungen nach Datev.

Gruß
N. Zornow

Boris Jungclaus

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Beruf: Dipl. Betriebswirt

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3

Samstag, 26. August 2017, 17:09

Hallo Frau Kaiser,

bei dem, vom VID ausgewiesenen, InsO SKR handelt es sich um den SKR-InsO.
Auf der VID-Seite ist auch vom Einheitlichen Kontenrahmen "SKR-InsO" die Sprache, ist aber in den GOI vermutlich später versehentlich als InsO SKR aufgenommen worden.

Der SKR-InsO stellt lediglich insolvenzrechtliche Einnahme- sowie Ausgabe-Konten dar.
Daher wurden Konten wie bspw. Kasse, Bank, durchlaufende Posten, Geldtransit etc. nicht mit aufgenommen, da diese in allgemeinen Kontenrahmen zur Verfügung stehen.
Es bedurfte folglich seinerzeit nicht einer gesonderten Definierung solcher Kontenbereiche.

Gruß
Boris Jungclaus
STP Informationstechnologie AG
Sie. Wir. Gemeinsam stark!

4

Dienstag, 29. August 2017, 15:33

Guten Tag,

bei der Anlage der Geldkonten orientiert man sich am besten an den Kontonnummern wie der Schuldner/die Schuldnerin zuvor gebucht haben und behält diese bei. Das erleichtert die Abschlusserstellung bei den späteren export der Buchungen nach Datev.

Gruß
N. Zornow
Hallo Frau Zornow,

vielen Dank für Ihren Vorschlag. Erstellen Sie die Abschlüsse aus DATEV heraus? Interessant. Gilt das nur für fortgeführte Unternehmen oder generell? Ich hätte erwartet, dass Programme, die ein Buchungsmodul bereit stellen, auch eine Möglichkeit bieten, einen Abschluss zu erzeugen. Aber vielleicht verwenden Sie ja keine solche Software?

Gruß
V. Kaiser

5

Dienstag, 29. August 2017, 15:47

bei dem, vom VID ausgewiesenen, InsO SKR handelt es sich um den SKR-InsO.
Auf der VID-Seite ist auch vom Einheitlichen Kontenrahmen "SKR-InsO" die Sprache, ist aber in den GOI vermutlich später versehentlich als InsO SKR aufgenommen worden.

Der SKR-InsO stellt lediglich insolvenzrechtliche Einnahme- sowie Ausgabe-Konten dar.
Daher wurden Konten wie bspw. Kasse, Bank, durchlaufende Posten, Geldtransit etc. nicht mit aufgenommen, da diese in allgemeinen Kontenrahmen zur Verfügung stehen.
Es bedurfte folglich seinerzeit nicht einer gesonderten Definierung solcher Kontenbereiche.
Hallo Herr Jungclaus,
auch Ihnen vielen Dank für Ihre Informationen. Verstanden habe ich folgendes:
  1. Die GOI wurden vom VID zur Verfügung gestellt.
  2. Der InsO SKR ist das Selbe wie der SKR-InsO.
Daraus folgt m.E., dass die in meinem ersten Beitrag zitierten GOI-Grundsatz 10 angeblichen Kontenrahmen ("die Standardkontenrahmen InsO SKR 04 oder InsO SKR 03") gar keine Kontenrahmen sind, sondern Kontenpläne. Korrekt?

Um Aufklärung bittende Grüße
V. Kaiser

Boris Jungclaus

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6

Mittwoch, 30. August 2017, 13:35

Hallo Frau Kaiser,

den SKR-InsO möchte ich schon als Kontenrahmen bezeichnen (angelehnt an den SKR von Datev), aus diesem Kontenrahmen können Kanzleien sich einen eigenen Kontenplan entwicklen, weil denen ggf. Unterkonten (z.B. Verwertung Kfz) fehlen.

Gruß
Boris Jungclaus
STP Informationstechnologie AG
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Nicole Zornow

Neugierige

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7

Donnerstag, 31. August 2017, 13:58

Guten Tag,

bei der Anlage der Geldkonten orientiert man sich am besten an den Kontonnummern wie der Schuldner/die Schuldnerin zuvor gebucht haben und behält diese bei. Das erleichtert die Abschlusserstellung bei den späteren export der Buchungen nach Datev.

Gruß
N. Zornow
Hallo Frau Zornow,

vielen Dank für Ihren Vorschlag. Erstellen Sie die Abschlüsse aus DATEV heraus? Interessant. Gilt das nur für fortgeführte Unternehmen oder generell? Ich hätte erwartet, dass Programme, die ein Buchungsmodul bereit stellen, auch eine Möglichkeit bieten, einen Abschluss zu erzeugen. Aber vielleicht verwenden Sie ja keine solche Software?

Gruß
V. Kaiser
Zitat von »Nicole Zornow«



Guten Tag,
bei der Anlage der Geldkonten orientiert man sich am besten an den Kontonnummern wie der Schuldner/die Schuldnerin zuvor gebucht haben und behält diese bei. Das erleichtert die Abschlusserstellung bei den späteren export der Buchungen nach Datev.
Gruß
N. Zornow
Hallo Frau Zornow,
vielen Dank für Ihren Vorschlag. Erstellen Sie die Abschlüsse aus DATEV heraus? Interessant. Gilt das nur für fortgeführte Unternehmen oder generell? Ich hätte erwartet, dass Programme, die ein Buchungsmodul bereit stellen, auch eine Möglichkeit bieten, einen Abschluss zu erzeugen. Aber vielleicht verwenden Sie ja keine solche Software?
Gruß
V. Kaiser
Hallo Frau Kaiser,

aus wp3 lassen sich keine Abschlüsse erstellen. Eine solche Sofware ist mir nicht bekannt. Wir exportieren die Buchungen für die Abschlusserstellung nach Datev. Generell oder fortgeführte, kommt auf das Verfahren an.

Gruß
N. Zornow

8

Mittwoch, 6. September 2017, 15:34

Weshalb dann 2 Varianten?

Hallo Herr Jungclaus,
Sie schrieben:
"den SKR-InsO möchte ich schon als Kontenrahmen bezeichnen (angelehnt an den SKR von Datev), aus diesem Kontenrahmen können Kanzleien sich einen eigenen Kontenplan entwicklen, weil denen ggf. Unterkonten (z.B. Verwertung Kfz) fehlen."

Den zweiten Teil verstehe ich und dem stimme ich auch zu. Was mir leider nach wie vor unverständlich bleibt, ist die Tatsache, dass es anders als in der "grauen Theorie" in der Praxis offenbar ZWEI SKR-InsO (in letztlich egal welcher Schreibweise - ob mit oder ohne Bindestrich) zu geben scheint - einen, der auf dem SKR04 beruht bzw. daran angelehnt ist und einen weiteren, der an den SKR03 angelehnt ist - beide DATEV-bezogen, schon klar.

Wenn ich Frau Zornow richtig verstanden habe, dann macht es ja durchaus Sinn, bei Buchungen in einer Insolvenzbuchhaltung den bisher verwendeten (DATEV-)Kontenrahmen beizubehalten (ggf. um Konten zu ergänzen und dadurch einen Kontenplan daraus zu generieren) - sowohl wegen eines eventuellen Imports von dort als auch bezogen auf den von ihr geschilderten Export von Daten. Nach meiner Kenntnis wird der SKR03 tatsächlich deultich häufiger verwendet als der SKR04 - zumindest die Verwendung in Steuerbüros betreffend.

Können wir uns darauf "verständigen", dass der SKR-InsO ähnlich wie ein gewisser Öltank quasi 2 (getrennte!) Kontenrahmen beinhaltet?

Grübelnde und verständnisinteressierte Grüße
V. Kaiser

9

Mittwoch, 6. September 2017, 15:44

Welche Art von Abschluss?

Hallo Frau Zornow,
Sie schrieben (und ich kämpfe hier immer noch mit den Antwort- bzw. Zitat-Möglichkeiten, daher sieht das hier jetzt anders aus als ich es erwartet hätte...):
aus wp3 lassen sich keine Abschlüsse erstellen. Eine solche Sofware ist mir nicht bekannt. Wir exportieren die Buchungen für die Abschlusserstellung nach Datev. Generell oder fortgeführte, kommt auf das Verfahren an.
Welche Art von Abschluss meinen Sie? Wenn es sich beim "generellen" Abschluss um einen Abschluss der Insolvenzbuchhaltung handeln würde, bietet das mindestens die INVEP-Software an. Falls alle Buchungen importiert bzw. vollzogen wurden, ließe sich mit besagter Software durchaus auch ein Jahresabschluss erzeugen. Ich will damit keinesfalls den von Ihnen gewählten Weg kritisieren - ich möchte allerdings gern verstehen, wie sich mit dem InsO SKR (oder SKR-InsO) arbeiten lässt, wenn dieser offenbar ein "variabler Kontenrahmen" zu sein scheint und kein Kontenplan, falls Sie verstehen, was ich meine.

Auch Ihnen grübelnde und verständnisinteressierte Grüße

V. Kaiser

Boris Jungclaus

Foren-Moderator

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10

Freitag, 8. September 2017, 21:10

Hallo Frau Kaiser,

ich möchte versuchen, weiter Licht ins Dunkel zu bringen ;-)

In der Praxis werden häufig der SKR04 bzw. SKR03 (Datev) angewendet, weshalb der SKR-InsO seinerzeit ebenfalls in der Variante 04 bzw. 03 entwickelt wurde.

Wie Sie sicherlich selbst wissen, wird in der Praxis nicht in jedem Insolvenzverfahren eine handelsrechtliche Buchhaltung benötigt, so dass ein Insolvenzverwalter zunächst zu einer insolvenzrechtlichen Buchführung verpflichtet ist.
Sofern handelsrechtliche, steuerliche Buchführung notwendig wird, gibt es auch hier die unterschiedlichsten Varianten:
- Insolvenzkanzlei bucht alle Sachverhalte
- externe Steuerberatung übernimmt diesen Part
- schuldnerische Buchhaltung übernimmt diesen Part

Seit nunmehr fast 6 Jahren sind Insolvenzkanzleien in der Lage, mit dem SKR-InsO zu arbeiten.

Vielleicht hilft Ihnen auch diese Literatur weiter:
Insolvenzbuchhaltung
2. Auflage
von Herrn Dr. Zimmer

Gruß
Boris Jungclaus
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