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Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:49

SKR 03 oder SKR 04 was ist sinnvoller?

Meines Wissens nach, ist der SKR04 doch der Nachfolgekontenrahmen des SKR03. Man hat in dem SKR04 die Kontennummernfolge der Gliederung der Bilanz gem. HGB angeglichen. D. h. aus der Kontonummer im SKR04 kann ich sofort die Bilanzpositon ersehen bzw der GuV zuordnen. Mir stellt sich nun die Frage, weshalb sich jetzt noch so intensiv mit dem SKR03 beschäftigt wird, wenn sich jetzt doch die einmalige Gelegenheit ergeben würde alle auf den SKR04 und damit Bilanzkonform gem HGB, umzustellen. Stelle diese Thema gerne zur Diskousion.

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Dienstag, 15. Mai 2012, 10:33

Nach unserer Erfahrung werden in der Praxis von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu ca. 95% SKR03 oder SKR03 angelehnte Kontenrahmen verwendet. Auch der SKR 03 ermöglicht eine Bilanzierung nach HGB. Die Chance (der Insolvenz?) zu nutzen um die Buchhaltungen der nun insolventen Unternehmen noch auf den modernen SKR 04 umzustellen, ist läuft aus meiner Sicht ins Leere. Leider besteht auch aktuell noch nur bei einem relativ geringen Anteil der insolventen Unternehmen überhaupt die Möglichkeit der Betriebsfortführung und der anschließenden Sanierung. Im Antragsverfahren hat man erfahrungsgemäß auch andere Sorgen, als gerade die Kontenrahmen für die Rechnungslegung umzustellen. Für die Erstellung von Jahresabschlüssen vor und nach Insolvenzeröffnung müsste bei einer Verwendung eines ggf. abweichenden SKR04 Kontenrahmens ab dem Beginn des vorläufigen Verfahrens die buchhalterische Rechnungslegung kosten- und zeitaufwändig wieder auf den bislang verwendeten Kontenrahmen transferiert werden, um eine einheitliche Rechnungslegung zu den bisher in der Buchhaltung aufgelaufenen Werten für den Jahresabschluss zu ermöglichen. Im Programm Kanzlei-Rechnungswesen der DATEV ist beispielsweise unterjährig keine Umstellung des Kontenrahmens von SKR03 auf SKR 04 möglich. Die Jahresabschlüsse im Jahr der Insolvenzantragstellung umfassen jedoch bei nicht abweichendem Wirtschaftsjahr jeweils die Rumpfwirtschaftsjahre 01.01. bis zum letzten Tag des vorläufigen Insolvenzverfahrens und Tag der Insolvenzeröffnung bis 31.12. .

Alternative wäre, man bucht ab Beginn des vorläufigen Verfahrens handelsrechtlich weiter im bislang verwendeten Kontenrahmen für den Jahresabschluss und erstellt zusätzlich die insolvenzliche Buchhaltung für die Einnahmen-Ausgabenrechnung mit dem neuen ISKR Inso SKR 04. Für die Einnahmen-Ausgabenrechnung, die beim Insolvenzgericht eingereicht wird, werden jedoch nur die tatsächlichen Zahlungsflüsse benötigt. Hierfür erübrigt sich die Notwendigkeit einer Bilanzkonformität nach dem Gliederungsschema der HGB GuV und Bilanz deshalb aus meiner Sicht, da die EA-Rechnung anders gegliedert ist und anderen Informationszwecken dient. Außerdem erfasst man bei dieser Alternative ggf. jeden zahlungswirksamen Geschäftsvorfall kosten- und zeitaufwändig doppelt.

Am effizientesten ist es aus meiner Sicht, die insolvenzliche Buchhaltung in einem dem bisher verwendeten Kontenrahmenschema angelehnten SKR Inso zu erfassen. Wenn vor Insolvenz in SKR04 gebucht wurde, sollte entsprechend der SKR04 InsO verwendet werden. Für Unternehmen, in denen vor Insolvenz im SKR03 gebucht wurde, benötigen wir daher aus meiner Sicht den SKR03 InsO.

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Mittwoch, 24. Oktober 2012, 09:33

GFI Gesellschaft für Insolvenzabwicklung.

Wir haben innerhalb der letzten Monate eine Umfrage in über 150 Kanzleien gemacht. Es ist schon erstaunlich, zu welchen Ergebnissen die Umfrage geführt hat.

Um es vorweg zu nehmen: 2 Kanzleien mit jeweils einer Buchhaltungskraft, denken zur Zeit über eine Umstellung nach.

Erstaunlich war weiterhin, dass von den Befragten eigentlich kein einziger die Notwendigkeit einer Änderung der Kontenrahmen eingesehen hat.

Man stelle sich bitte eine Kanzlei mit über 4.000 laufenden Verfahren vor. Gebucht wird mit einem angepassten SKR03 Kontenrahmen und 5 Buchhaltungskräften. Der Kanzleiinhaber ist heilfroh, dass alles eingespielt läuft. Rund 60-80.000 Buchungen pro Monat. Da muss, ohne groß nachzudenken, bei jeder Buchung das richtige Konto angesprochen werden.

Jede Änderung im Kontenrahmen, oder gar mit zwei verschiedenem Kontenrahmen, würde unweigerlich zu einem unvorstellbaren Buchungsrückstand führen, von der Fehleranfälligkeit ganz zu schweigen.

Dem Rechtspfleger, der Rechtspflegerin ist es doch meistens egal welche Kontonummer die Bank hat, ob 1200 oder 1800.

Dann stellt sich natürlich auch sofort die Frage "wem nutzt eigentlich ein einheitlicher Kontenrahmen"?. Solange es noch nicht einmal gelingt, ein bundesweit einheitliches Tabellenblatt durchzusetzen!

Boris Jungclaus

Foren-Moderator

Beiträge: 286

Beruf: Dipl. Betriebswirt

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4

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 09:24

Guten Morgen Herr Fiebig,

Zitat

"wem nutzt eigentlich ein einheitlicher Kontenrahmen"?

wollen wir zunächst Hinterfragen, warum eigentlich ein einheitlicher Kontenrahmen entstanden ist ....

Aufgrund des ZEFIS-Projektes im OLG-Bezirk Zweibrücken zur Standardisierung von Schlussrechnungen bedurfte es einer Buchungskontengrundlage - diese ist nun mit dem SKR-InsO geschaffen worden.
Nur wenn zunächst ein "Standardkontenrahmen" Anwendung findet, so ist der nächste Schritt zu einer "Standardisierten-Schlussrechnung" möglich.

Dieser Standardkontenrahmen SKR-InsO ist nunmehr verabschiedet und über die Selbstverpflichtung des Gravenbrucher Kreises bereits seit März 2012 bei den Mitgliedern im Einsatz.
Die Mitglieder des VID verpflichten sich im übrigen ab dem 01.01.2013 über die GOIs zur Anwendung des SKR-InsO.

Somit haben Sie hier bereits eine breite Anwenderschicht für einen einheitlichen Kontenrahmen.

Die nächsten Schritte zur einer einheitlichen Schlussrechnung sind dann genau die Punkte, welche von Richtern und Rechtspflegern als äußerst hilfreich und notwendig angesehen werden.
So stehen Gerichte immer wieder vor der Herausforderung, sich in die verschiedlichsten Auswertungen/Berichte/Übersichten der einzlenen Verwalter einzuarbeiten.
Wenn es hier zu einer Vereinheitlichung käme, so ist vor allem den Rechtspflegern sehr geholfen.
Man stelle sich nur vor, dass ein Rechtspfleger im dritten Zwischenbericht nach dem §-156-Bericht eine Urlaubs-/Krakheitsvertretung über nehmen muss und sich in die völlig andere Art der Berichterstattung und Auswertung eines Verwalters einarbeiten muss.

Nicht nur, dass die unterschiedlichsten Verwalter verschiedlichste Software einsetzen und somit zwangsläufig unterschiedliche Auswertungen präsentieren, selbst bei identischer Software, finden Sie z.B. kanzleiindividuelle E/A-Schlussrechnungsauswertungen.

Da der SKR-InsO nun auf dem SKR03 bzw. SKR04 von Datev aufbaut, ist es m.E. für eine Buchhaltungskraft sehr schnell möglich, sich in den SKR-InsO einzuarbeiten.
Dies belegen beispielsweise auch die bisherigen Erkenntnisse der betroffenen Verwalter/Kanzleien.

Zitat

Dem Rechtspfleger, der Rechtspflegerin ist es doch meistens egal welche Kontonummer die Bank hat, ob 1200 oder 1800

Hier gebe ich Ihnen völlig Recht, allerdings wird er/sie sehr wohl für eine Vereinheitlichung der übrigen Konten und damit zusammenhängender Auswertungen plädieren ...
Auch die Unterteilung der Konten in die zeitliche Struktur (5. + 6. Stelle) fanden Sie in der Prakis bisher wenig und wird von Richtern/Rechtspflegern begrüßt.

Gruß
Boris Jungclaus
STP Informationstechnologie AG
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RGSilberer

Neugieriger

Beiträge: 27

Wohnort: Ansbach

Beruf: gepr. Bilanzbuchhalter (IHK)

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5

Montag, 18. November 2013, 14:58

Meines Wissens nach, ist der SKR04 doch der Nachfolgekontenrahmen des SKR03. Man hat in dem SKR04 die Kontennummernfolge der Gliederung der Bilanz gem. HGB angeglichen. D. h. aus der Kontonummer im SKR04 kann ich sofort die Bilanzpositon ersehen bzw der GuV zuordnen. Mir stellt sich nun die Frage, weshalb sich jetzt noch so intensiv mit dem SKR03 beschäftigt wird, wenn sich jetzt doch die einmalige Gelegenheit ergeben würde alle auf den SKR04 und damit Bilanzkonform gem HGB, umzustellen. Stelle diese Thema gerne zur Diskousion.

Das wäre mir neu, SKR03 und SKR04 existieren seit Jahrzehnten nebeneinander.

Und der SKR03 ist ebenso HGB-konform wie der SKR04.

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