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Mittwoch, 29. Februar 2012, 01:15

Konten für Ausgaben für Regelaufgaben machen wenig Sinn

Inhaltliche Problematik:

Zu allen 6825-Varianten gibt es seit der letzten Version die zusätzlichen Konten für Regelaufgaben. Diese dürfen vom Verwalter unter keinen Umständen der Masse entnommen werden, sondern sind 1:1 von seiner Vergütung abzuziehen. Weil es in diesem Zusammenhang völlig egal ist, ob der Verwalter Rechts- und Beratungskosten für die Prozessführung als eigene, fremde oder sonstige Beratungskosten abzuziehen hat, sollte auf die Beteiligungsvarianten verzichtet werden. Zur totalen Transparenz reicht ein einziges Konto "Rechts- und Beratungskosten für Regelaufgaben", und zwar als 00 Hauptkonto, denn auch die zeitliche Abgrenzung spielt hier keine Rolle.

Einmal abgesehen davon, dass man schon ziemlich blöd sein muss, einen Saldo auf diesem Konto auszuweisen, wenn man die Schlussrechnung einreicht.

Technische Problematik:

Der Ansatz von Ausgaben für Regelaufgaben des Verwalters ist von der InsVV nicht vorgesehen. Um zu einer technisch korrekt berechneten Vergütung zu kommen, müssten ganz unten - nach Ermittlung der Nettovergütung - alle auf die Konten 6825 14 (und alle anderen Konten, die mit Regelaufgaben bezeichnet sind) gebuchten Nettosalden (hoffentlich hat der Verwalter bei Schlussrechnungslegung die Beträge bereits erstattet) von der Nettovergütung abgezogen werden. Das leistet derzeit kein Insolvenz-Programm. Hier wäre es evtl. sinnvoll, eine Option in die Fachanwendungen zu implementieren, damit die Vergütung IT-gestützt weiter erfolgen kann. Ansonsten bestünde hier ein Erfordernis, Vergütung manuell oder mit Excel zu berechnen.

Fazit:

Diese Konten bitte streichen. Und an alle, die buchen: Sollten Sie einen solchen Sachverhalt erkennen, buchen Sie doch lieber auf durchlaufende Posten.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Andrea Braun« (29. Februar 2012, 01:41)


Boris Jungclaus

Foren-Moderator

Beiträge: 286

Beruf: Dipl. Betriebswirt

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Donnerstag, 5. April 2012, 14:01

Hallo Frau Braun,

zunächst gebe ich Ihnen völlig Recht, dass das Konto mit dem Zusatz "Regelaufgaben" in der Praxis voraussichtlich wenig Sinn macht.

Dieses Konto ist jedoch in den SKR04-InsO aufgrund des ausdrücklichen Wunsches von ZEFIS aufgenommen worden.
Das Sie in der Praxis dieses Konto voraussichtlich nie bebuchen werden, ist somit egal.

Hierdurch konnte jedoch eine Zustimmung aller drei Fachgremien (GK, VID, ZEFIS) zum SKR04-InsO erreicht werden.

Was die technische Umsetzung betrifft, müssten sich ggf. die jeweiligen Softwareanbieter Gedanken machen.

Grüße aus Krefeld