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Koellchen

Neuling

  • »Koellchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4

Wohnort: Hamburg

Beruf: Steuerfachangestellte

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1

Mittwoch, 16. April 2014, 12:06

Verbuchung Auskehrung Drittrechte

Hallo Zusammen.

Ich bin bisher immer davon ausgegangen, die Verbuchung der Drittrechte korrekt vorgenommen zu haben, jetzt stellen sich bei meinen Kollegen bei der Berechnung der Vergütung Fragen bezüglich der Absonderung.

Bspl. Verwertung besicherte Maschine über brutto 11.900,-

Die Einnahme verbuche ich auf dem Konto Bank mit dem Gegenkonto Verwertung TA und Maschinen, besichert mit EUR 11.900,-

Jetzt rechnen wir mit dem Sicherungsgläubiger ab. Insgesamt werden dem AK EUR 8.815,95 belastet. Verbuchung erfolgt durch mich wie folgt:

Immer noch auf dem Konto Bank verbuche ich erst eine Ausgabe i.H.v. EUR 11.900,- mit dem Gegenkonto Auskehrung f. Drittrechte TA und Maschinen.

Als Einnahme dann (ebenfalls immer noch auf dem Konto Bank) die Umsatzsteuerbeträge § 171 über EUR 1.900,-, Feststellungskostenbeitrag TA u. Maschinen über EUR 476,- und Verwertungskostenbeitrag (5% zzgl. USt) TA und Maschinen über 708,05. Unterm Strich sind somit dem AK EUR 8.815,95 belastet.

Ist das falsch? Das Kto. Verwertung besichert und Auskehrung Drittrechte sind Betragsgleich, in der Masse sind lediglich die Kostenbeiträge und die USt verblieben. Jetzt stellt sich bei meinen Kollegen die Frage, das die Einnahmen in der Vergütung doch um diese Beiträge zu hoch sind und ich ggf. nicht auf die Feststellungs-u. Verwertungskosten buchen soll sondern einfach nur den ausgezahlten Betrag an den Sicherungsgläubiger (EUR 8.815,95) auf Auskehrung Drittrechte buchen soll. Da sträube ich mich noch...

Für eine klärende Zweitmeinung wäre ich unendlich dankbar.

2

Freitag, 24. Oktober 2014, 09:46

Hallo,

da sich genau diese Frage bei uns auch gerade stellt, greife ich das Thema noch mal auf.
Wir haben von der STP ebenfalls die Antwort bekommen, dass, genau wie oben beschrieben, gebucht werden soll. An die Ausgangsfrage schließe ich mich an.

Außerdem stellt sich nun die Frage, wie es sich mit dem Kassenbuch verhält. Die Buchungen stimmen nicht mehr mit den tatsächlichen Zahlungseingängen überein, das heißt, ich bin theoretisch darauf angewiesen, immer die Kontounterlagen dabeizuhaben, da ich sonst die tatsächlichen Einnahmen/Ausgaben nicht prüfen kann.

Gibt es hier keinen anderen Lösungsvorschlag bzw. wie wird es in anderen Kanzleien gehandhabt?

Grüße, Christine

Beiträge: 10

Beruf: Dipl. Wirtschaftsjurist (FH)

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3

Mittwoch, 12. November 2014, 14:18

Das mit der Aufteilung der Buchungen ist schon korrekt. In der Buchhaltung hat man ja im Übrigen häufiger mal Aufteilungsbuchungen sodass der Betrag, welcher auf dem Kontoauszug erscheint nicht immer eins zu eins in der Buchhaltung auftaucht. Das sollte daher kein Problem darstellen.

4

Donnerstag, 13. November 2014, 11:37

Es geht bei dem vorgenannten Fall ja nicht unbedingt um die Aufteilung. Dass die Eingänge zu verschiedenen Konten gehören, ist hier eigentlich klar.

Das Problem ist, dass durch die "Doppelbuchung" die Einnahmen zu hoch sind. Man bucht einmal den gesamten Verwertungserlös ein und später nochmals die Feststellungs-/Verwertungsbeiträge und Umsatzsteuer, die ja bereits im Verwertungserlös enthalten sind.

Dementsprechend hat man im Kassenbuch einen höheren Betrag, als tatsächlich eingenommen.

Daher hoffe ich auch nochmals auf eine Antwort, wie das in anderen Kanzleien gehandhabt und beim Gericht vorgetragen wird.

Beiträge: 10

Beruf: Dipl. Wirtschaftsjurist (FH)

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5

Mittwoch, 26. November 2014, 09:52

Klar sind die Einnahmen höher. Aber die Ausgaben ja dementsprechend auch. In der E/A wird der Verwertungserlös in voller Höhe sowie die Massebeiträge als Einnahmen abgebildet. Als Ausgabe wird der Gesamtbetrag des Verwertungserlöses, somit der Wert des Rechts des Sicherungsgläubigers an dem Sicherungsgut und die evtl. gezahlte USt. ausgewiesen.

6

Montag, 1. Dezember 2014, 11:20

Klar ist das für mich irgendwie nicht. Vielleicht stehe ich aber auch auf dem Schlauch.

Es ist ja nach wie vor das Problem, dass die Vergütung nach den Einnahmen berechnet wird und diese zu hoch sind. Man muss die Masse gem. Schlussrechnung für die Vergütungsberechnung dann händisch im Programm eintragen, da ja die Einnahmen doppelt eingebucht sind. Die Buchung würde wie folgt aussehen:

Einnahme Verwertungserlös 10.000,00 Euro
Einnahme USt aus Verwertung 1.900,00 Euro
Ausgabe an besicherten Gläubiger 10.000,00 Euro
Einnahme Verwertungsbeitrag 500,00 Euro
Einnahme Feststellungsbeitrag 400,00 Euro
Ausgabe ggf. USt. an FA 1.900,00 Euro

Dementsprechend hätten wir Einnahmen in Höhe von insgesamt 12.800,00 Euro, die wir eben nicht hatten. Zahlungseingang auf dem Konto wären 11.900,00 Euro.

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Beruf: Dipl. Wirtschaftsjurist (FH)

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7

Dienstag, 2. Dezember 2014, 15:11

Wie im Programm die Vergütungsrechnung erstellt wird kann ich leider nicht sagen. Bzw. wie die einzelnen Positionen berücksichtigt werden. Sicher ist aber, dass sie einzelnen Geschäftsvorfälle in der Buchhaltung abgebildet werden. Demnach sind als Einnahmen der Verwertungserlös (Konto Verwertung (besichert)) und die Massebeiträge gemäß § 171 InsO zu buchen. Der Verwertungserlös enthält ja nicht den Massebeitrag. Das würde ja heißen, das dieser vom Erwerber gezahlt wird. Der hat aber mit dem Massebeitrag nichts zu tun.
Der Sicherungsgläubiger schuldet der Masse den Massebeitrag (Verwertungsbeitrag, Feststellungsbeitrag und USt (falls diese vorm Verwalter an das FA abgeführt wurde)) Für das oben angegebene Beispiel wären die Buchungen wie folgt:

1. Erwerber kauft das Sicherungsgut: 11.900,00 € brutto
Einnahmen Verwertungserlöse (besichert) 11.900,00 €

2. Abrechnung gegenüber Sicherungsgläubiger:
a) Auskehrung für Drittrechte 11.900,00 €
b) Eingang Feststellungsbeitrag 400,00 €
c) Eingang Verwertungsbeitrag 500,00 € - Hierauf ist auch die USt. (79,83 € ) abzuführen.
d) Eingang USt-betrag 1.900,00 €

Der Masse ist unterm Strich ein Betrag von 820,17 € zugeflossen. Ich bin bei den Massebeiträgen mal von den Pauschalbeträgen 4% und 5% ausgegangen. Sollte der Massebeitrag frei verhandelt worden sein, müsste natürlich auf den gesamten Betrag die USt. abgeführt werden.